Schneeweißchen und Rosenrot – Zwei Beetle auf großer Fahrt


Eine Drei-Länder-Tour mit den Beetle Cabrios Schneeweißchen und Rosenrot um den Bodensee. Eine grenzüberschreitende Reise mit Bergen, Seen und sympathischen Orten. Wir erlebten ein mildes Klima mit mediterranem Flair und einem überwältigenden Panorama. So wie im Märchen, das eine Rosenbäumchen trägt weiße und das andere rote Rosen, ähneln sich unsere fabelhaften Beetle Cabrios im Märchen der Gebrüder Grimm.

Wir starten mit Rosenrot und unserem roten Navi von Stuttgart aus über die Autobahn Singen im Direktflug nach Konstanz. Bei strahlendem Sonnenschein flanieren wir durch die quirligen Straßen Konstanz’s. Prächtige Bürgerhäuser mit bemalten Fassaden zeugen von der großen Vergangenheit der schönen Stadt am Bodensee. Studenten bringen jungen Schwung in die Straßen und die Imperia am Konstanzer Hafen posiert mit gewagtem Dekolleté vollbusig für die unzähligen Touristenfotos. In ihren Händen trägt sie zwei armselige Männlein, die die Insignien der kirchlichen Macht darstellen. Diese tragen in ihren Händen die Kaiserkrone und die Tiara des Papstes.

Die satirische Anspielung auf das Konstanzer Konzil (1414-1418) bietet noch heute Zündstoff. Nach einem Streifzug am Münster und an der Stephanskirche vorbei, lassen wir uns am Hafen in einem netten Lokal nieder und beobachten das bunte Treiben der auslaufenden oder hereinkommenden Boote. Wellen klatschen leise gegen die Kaimauer, Schiffe schaukeln gemütlich vor sich hin. Braungebrannte kesse Segler und Seglerinnen in Polo-Shirts und feschen Segelschuhen hopsen flink von ihren Booten, um sich an einer Latte Macciato oder einem Cappucino zu ergötzen. Hier stoßen wir auch auf Schneeweißchen, um die gemeinsame Tour um das Schwäbische Meer zu starten.

Das Sommer-Highlight am See ist das jährlich stattfindende Sommernachtsfest. Nähere Infos unter http://www.seenachtsfest.de. Für Kinder: Sea Life Konstanz Gmbh, Hafenstraße 9, Konstanz, http://www.sealife.de. Reservierungen unter Service-Hotline: 01805/666 901 01.

Insel Reichenau

Zielbewusst führt uns Miss Ferrari auf die Insel Reichenau. Da die Insel mit einem Damm zum Festland verbunden ist, fahren beide Cabrios mit. Auf einer langen Allee stehen rechts und links große Pappeln Spalier für uns. Es könnte auch in der Toskana sein, meint Silvia in Gedanken versunken. Ein einzigartiger Kräuterduft liegt in der drückenden Luft und lässt uns eine prächtige Landschaft voller Gemüsefelder, Obst- und Weingärten erkennen. Gewächshäuser, Salatfelder und Weinreben wechseln sich hier mit kostbaren alten Kirchen ab.

Die Unesco hat die Klosterinsel im November 2000 in die Welterbeliste aufgenommen. Die Insel Reichenau, übrigens die größte Insel im Bodensee, besitzt drei romanische Kirchen aus dem 9. bis 11. Jahrhundert. Im Jahre 724 gründete ein Wanderbischof namens Pirmin das Kloster „reichen Au“. Man fühlt sich wie verzaubert, wenn man durch den mit roten Rosen bepflanzten Innenhof des Klosters wandelt. Wir spazieren Richtung Kräutergarten, wo uns ein Farbenrausch erwartet.

Unter der glimmenden Sonne breiten sich vor uns rot leuchtende Klatschmohnwiesen aus. Königsblaue Kornblumen beglücken uns, die sich mit ihrer satten Farbe dreist zwischen den roten Ziermohn gemischt haben. Die Rekonstruktion des Gartens am Originalort besteht aus 24 Beeten mit 24 verschiedenen Kräuterpflanzen. Lediglich den Schlafmohn hat man gegen Klatschmohn ausgetauscht. Diese fröhliche Pflanzenvielfalt lässt nicht nur unsere Digitalkamera leuchten. Es ist ein Sommermärchen auf der Reichenau.

In der Café bar am Kloster schlemmen wir einen gigantischen selbstgebackenen Erdbeerkuchen und lassen uns dazu eine Latte Macciato munden. Wir sitzen in einem verträumten kleinen Obstgarten auf einer antik anmutenden Bank und genießen das Leben auf dieser friedvollen Insel. Der Abschied fällt uns schwer. Aber Miss Ferrari weist uns mal wieder den Weg.

Touristinformation Reichenau, Tel. 07543/92070, info@reichenau-tourismus.de, http://www.reichenau.de. Der Laden am Kloster mit Cafébar, Burgstraße 3, http://www.klosterladen-reichenau.de

Tägerwilen Schweiz

Allerhöchste Zeit den die Volkwagen Richtung Schweizer Land zu steuern. In Tägerwilen steht unser erster Aufenthalt mit Übernachtung im Hotel an. Tägerwilen liegt direkt zwischen Konstanz und Kreuzlingen im Kanton Thurgau. Das Hotel Trompeterschlössle ist ein Wohlfühlhotel und befindet sich mitten im Gemüsenanbaugebiet der Gemeinde Tägerwilen. Pfeilgeschwind sind Koffer und Taschen in den Zimmern verstaut.

Wir wollen heute noch Stein am Rhein einen Besuch abstatten. Nach dem kulinarischen Abendessen im Hotel bummelt man mit wenigen aSchritten an den Seerhein. Das Flurstück, verbindet den nahen Bodensee mit dem Untersee-Arm. Die beschauliche Umgebung des Hotels lässt uns abschalten und den Alltag schnell vergessen.

Stein am Rhein

Als wir Stein am Rhein erreichen, regnet es in Strömen. Mit kleinen bunten Regenschirmen ausgestattet, wollen wir die Perle einer Schweizer Kleinstadt erstürmen. Durch einen Torbogen gelangen wir auf den Rathausplatz, der von einem Ensemble mittelalterlich bemalter Bürgerhäusern eingesäumt ist. Über diesem zauberhaften Städtchen wacht die Burg Hohenklingen. Ein Besuch lohnt sich schon wegen des himmlischen Rundblicks.

Es gibt viele kleine originelle, schön gestaltete Läden. Daran kommen wir nicht vorbei. Als Grund schieben wir ständig vor, für die „Lieben“ zu Hause Geschenke zu kaufen. Wir erobern die Nudelbox. Nudeln für alle Fälle. Wir entscheiden uns für Bärlauch-, Oliven- und Safrannudeln. Uns läuft jetzt schon das Wasser im Munde zusammen. Vor lauter Nudelbegeisterung sausen wir fast an der Schoggibox vorbei. Ein kleines aber feines Schokoladenfachgeschäft, das mit über 300 Sorten CH-Schokolade aufwartet. Im Innern strömt uns ein betörender Duft unterschiedlicher Aromen entgegen. Schon immer war uns klar, Schokolade macht glücklich und Nudeln sind gesund.

Hotel-Restaurant Trompeterschlössle, Konstanzer Str. 123, Tägerwilen, http://www.trompeterschloessle.ch , EZ und DZ ab  114 CHF inkl. Frühstück. Schoggibox, Understadt 27, täglich ab 10.00 Uhr geöffnet, http://www.schoggibox.ch , Schweizer Nudelbox, Unterstadt 19/21, Tel. +41/78/794 40 94

  

Romanshorn und St. Gallen

Mit der Leichtigkeit des Seins starten wir Schneeweißchen und Rosenrot. Die Sonne grinst vom Himmel. Wir nehmen den Cabrios die Hüte ab und starten nach St. Gallen und Romanshorn. Auf der Suche nach Romanshorn parken wir direkt an einem Hafen, der uns sofort gefällt. An einem Hinweischild ermitteln wir, dass wir uns mitten in Romanshorn befinden. Wir sind einfach Glückskinder. Durch einen Seepark mit reichem Blumenschmuck laufen wir Richtung See. Ein virtuoser Tag. Uns geht es richtig gut und wir beschließen im luxurösen Schlossrestaurant, mit dem legendären Namen der Grillkette aus USA „TriBeCa“, Kaffeepause zu machen.

Ein tolles Ambiente empfängt uns, als wir den Berg und das darauf thronende Schloss bestiegen haben. Mit einem unbeschreiblichen Panoramablick über den Hafen und den Bodensee nippen wir an unseren Cappucinos. St. Gallen wollen wir nur kurz besuchen. In flotter Fahrt biegen wir rechts ab und landen direkt auf der Schweizer Autobahn. Verflixt noch mal. Wir haben keine Vignette. Mit eingezogenen Köpfen schießen wir hintereinander über die Schweizer Autobahn, in der Hoffnung, der 200 Schweizer-Fränkli-Strafe plus Preis der Plakette (jetzt 40 Euro) zu entfliehen. Nach zwölf Kilometer – tief durchatmen – Ausfahrt. Mit Windgeschwindigkeit entwischen wir der Autobahn und seinen Gesetzeshütern. Sie hat mal wieder gemacht, was sie will, Miss Ferrari!

Schlossrestaurant TriBeCa, Schlossbergstraße 26, Tel. +41/714 667 800, http://www.tribecarestaurant.ch



Appenzellerland mit Appenzell

Die Schwarzfahrt über die Autobahn schadlos überstanden, freuen wir uns auf das malerische Appenzeller Land, das als Wanderperle der Ostschweiz gilt. Wir erspähen den 2502 Meter hohen Säntis, der als Dach des Appenzeller Landes gilt. Auch der Hohe Kasten, Ebenalp und der Kronberg ziehen Wanderer und Gipfelstürmer aus Nah und Fern an. Wir präferieren die Cabrios vor den Wanderschuhen und kurven auf einer traumhaften Strecke vorbei an saftgrünen Wiesen, hügeligen Landschaften, pittoresken Bauerngehöften sowie traumhaften Bergkulissen nach Bregenz.

Ein sanfter Hauch streift unsere geröteten Gesichter. Frische Landluft, gepaart mit dem Duft grüner Wiesen in der Nase, schaukeln wir friedlich nach Appenzell. Im Dorf essen wir einen ganz leckeren Käsefladen in einem urigen Biergarten. Selbstverständlich haben wir uns mit reichlich würzigem Appenzeller Käse versorgt.

Appenzellerland Tourismus AR, Bahnhofstraße 2, CH-9410 Heiden, Tel. +41/71 898 33 00, info@appenzellerland.ch, http://www.appenzellerland.ch

  

Bregenz

Unser nächstes Ziel ist Bregenz auf der österreichische Seite des Bodensees. Dort interessiert uns die Seebühne der Bregenzer Festspiele. Auf zwei Kieskränen nahm im Jahre 1946 das Spiel auf dem See seinen Anfang. Wir sitzen gebannt auf einem der Theaterstühle und schauen dem Aufbau des Bühnenbildes von Dietmar Matthis zu. Die Farbe des Himmels scheint mit dem See zu verschmelzen, als sich auf dem See ein riesiger Oberkörper erhebt. Verzaubert von der Stimmung dieses Augenblicks wird es ganz ruhig auf den Rängen der Seebühne.

Sage und schreibe 154 Treppenstufen führen über die Brust zum Gesicht. Bühnenarbeiter krabbeln wie Ameisen über die muskuläre Brust des Revolutionsführer Jean Paul Marat. Die Regisseure ließen sich von dem Gemälde „Der Tod des Marat“ inspirieren. Marat wurde während der französischen Revolution in seiner Badewanne mit einem Küchenmesser erstochen. Das Originalgemälde hängt heute noch im Königlichen Museum in Brüssel. Bei den Bregenzer Festspielen dient jetzt der Bodensee als Badewanne. Am 20. Juli feiert die Oper ihre Premiere.

Bregenzer Festspiele, vom 20. Juli bis 21. August jedes Jahr, Tickets und Infos, Tel. +43/5574/4076, http://www.bregenzerfestspiele.com

Von Bregenz aus nehmen wir den direkten Weg nach Kressbronn. An idyllischen Dörfern vorbei kutschieren wir weiter nach Kressbronn. Da wollen wir noch mal übernachten. Es ist glühend heiß. Kein Lüftchen bringt Erfrischung, obwohl Schneeweißchen und Rosenrot „ohne Strohhüte“ dahingondeln. So bleibt nicht aus, dass auf unseren Gesichtern Sommersprossen wie Pilze aus dem Boden schießen.

In Kressbronn finden wir sofort unser gebuchtes Hotel. Das Gasthaus Pension zum Forst. Die Pension liegt malerisch zwischen Apfelplantagen und grünen Wiesen. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbüffet mit Obstsäften aus eigenem Anbau und hausgemachter Marmelade schlendern wir noch durch den geschmackvollen Kräuter- und Bauerngarten. Sehr zu empfehlen.

Gasthaus Pension zum Forst, Familie Osswald, Wiesenweg 6, 88079 Kressbronn-Gattnau, Tel. 07543/96 15-0, info@gasthaus-forst.de, http://www.gasthaus-forst.de, EZ und DZ ab 21 Euro

Kressbronn-Gohren

Wir sind auf dem Weg in das Ultramarin-Wassersportzentrum in Kressbronn-Gohren. Wir haben eine Einladung von meinen Neffen Niko und Tino Mittelmeier zu einer Bootstaufe des High Tech Katamaran SL 33. Das zehn Meter-Schiff kommt aus Neuseeland und soll das schnellste Boot unter 40 Fuß bei Leichtwind stellen.

Das heißeste Geschoss, dass zur Zeit auf dem Bodensee segelt. Das „SL Performance Racing Team“ Niko und Tino Mittelmeier gehörten zu den hoffnungsvollsten Talenten des Deutschen Segler Verbandes. Im Alter von 19 und 22 Jahren erfüllten Sie die Olympiakriterien für China. Es lohnt sich der Marina in Gohren einen Besuch abzustatten.

Ultramarin Wassersportzentrum 88079 Kressbronn-Gohren am Bodensee, Meichle & Mohr Marina, Im Wassersportzentrum 10, info@ultramarin.com, http://www.ultramarin.com

Insel Mainau

Von Gohren aus peilen wir bei Bilderbuch-Wetter unser letztes Ziel, ist die Insel Mainau an. Miss Ferrari lotst uns nach Meersburg. Links blinzelt mit blauen Augen der Bodensee, vor uns taucht mit spektakulärer Kulisse das Städtchen Meersburg auf. Zum Abschluss haben wir eine Audienz mit der Insel Mainau. Die Anreise kann sowohl mit dem Schiff vom (Mainau Hafen), als auch mit dem Bus und dem Auto (Parkplatz auf dem Festland) erfolgen. Eine Fußgängerbrücke führt vom Parkplatz direkt auf die Mainau. Vorbei an Immenstaad und dem Romantikstädtchen Meersburg folgen wir den weiß-schwarze Schildern „Fähre“.

Eine scharfe Kurve nach links und wir landen geradewegs in den Fahrspuren auf die Fähre von Meersburg nach Konstanz. Ein zuvorkommender Herr in schneidiger dunkelblauer Uniform erklärt uns, dass es vom Hafen in Konstanz nur ein paar Kilometer zum Parkplatz auf der Insel Mainau sind. Wir kichern wie pubertierende Schulmädchen beim Abschlussball in der Tanzstunde und strahlen mit der Sonne um die Wette.

Wir so oft während unserer Cabrio-Fahrten finden wir unser Ziel ohne groß darüber nachzudenken. Das Mainau-Blumenjahr 2011 steht unter dem Motto: „Auf Großvaters Gartenbank – Eintauchen in eine andere Zeit“. Flink schreiten wir über die Fußgängerbrücke
in das Paradies mitten im Bodensee – die Insel Mainau. Uns empfängt üppiger Blumenflor und ein Park mit uraltem Baumbestand. Eine nicht alltägliche Attraktion bietet das große Schmetterlingshaus. Noch ein paar Fotos von Schloss und Leuten treten wir die Rückreise an.

Vereinigte Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein, Hafenstraße 6, Konstanz, Tel. 07531/3640-0, http://www.bsb.de, http://www.vsu-online.info. Mainau GmbH, D-78465 Insel Mainau, Tel. 07531/3030, info@mainau.de, http://www.mainau.de, ganzjährig geöffnet.

Ein Schwäbisches Meer, Schneeweißchen und Rosenrot und wir Mädels haben unendlich viel gesehen und erlebt. Aber doch nicht alles erspäht, was die Bodenseeregion zu bieten hat. Und das nur zirka eineinhalb Stunden von Stuttgart entfernt. Ein fabelhafter Kurztripp, der famoser nicht hätte sein können.

Text und Foto: Ute Mittelmeier und Silvia Roggenwallner

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