Tourentipp: Die Weltkulturerbe-Stätten Bayerns


Nun gibt es sieben Weltkulturerbestätten in Bayern: So hat die Unesco nun auch das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth auf die Liste der faszinierendsten und schützenswertesten Schätze der Menschheit gesetzt. 

Ebenso einzigartig sind diejenigen Juwele des Freistaats, die im Lauf der letzten 30 Jahre bereits in die offizielle Liste der größten Schätze der Menschheit aufgenommen wurden.

Der Prachtbau in der Bayreuther Innenstadt ist eines der letzten original erhaltenen Barocktheater der Welt – und nicht zuletzt eines der schönsten. Vor allem aufgrund der aufwändig stuckierten, geschnitzten und gemalten Innenausstattung gilt das im 18. Jahrhundert vom Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Kulmbach errichtete Opernhaus als weltweit einzigartig.



Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Zeugnisse aus längst vergangenen geschichtlichen Ären schlummern unter dem geheimnisvoll spiegelnden Wasser der bayerischen Seen. In früheren Zeiten dienten Pfahlbausiedlungen zum Schutz vor wilden Tieren oder feindlichen Nachbarn – heute kann man in den teilweise mehr als 6000 Jahre alten Überresten immer noch Spuren der damaligen Lebensweise finden. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 111 Fundstellen von prähistorischen Pfahlbauten in sechs Alpenländern als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Drei dieser über mehrere Jahrhunderte vergessenen Siedlungen liegen in Bayern: der Pestenacker und Unfriedshausen nahe Landsberg am Lech sowie die prähistorischen Bauten am Ufer der Roseninsel im Starnberger See.


Altstadt in Regensburg mit Stadtamhof

Noch heute vermittelt die Regensburger Altstadt ein atemberaubendes Gefühl von der meisterhaften Handwerkskunst mittelalterlicher Architektur. Als eines der politischen Zentren des Hochmittelalters vereint sie romanische und gotische Prachtbauten, die fast ausschließlich im Originalzustand erhalten sind – denn Regensburg wurde von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont. Insgesamt finden sich in der 2006 als Weltkulturerbe prämierten Altstadt 1000 Einzeldenkmäler, darunter die weltbekannte Steinerne Brücke und der gotisch-opulente Regensburger Dom. Das heutige Weltkulturerbe entspricht übrigens der gesamten Ausdehnung Regensburgs im Jahr 1320.


Limes

Mit fast 550 Kilometern Länge ist der Obergermanisch-Raetische-Limes das zweitlängste Bauwerk der Menschheit – nur die Chinesische Mauer ist länger. Der beeindruckende römische Grenzwall erstreckt sich zwischen Bad Hönningen in der Rheinland-Pfalz bis zum Kastell Eining im bayerischen Bad Gögging. Viele der gut 900 Türme, 60 Kastelle und 100 kleineren Befestigungsanlagen sind nach wie vor erhalten oder wurden originalgetreu rekonstruiert. Besonders bekannt: der ungewöhnliche Burgus in Burgsalach, der steinerne Limesturm bei Erkertshofen oder das Kastell Weißenburg. Der Limes wurde im Jahr 2005 in die Welterbeliste aufgenommen.

Altstadt in Bamberg

Einzigartig ist das in mehr als 1000 Jahren gewachsene Stadtbild Bambergs. Das Juwel an der Regnitz beherbergt mit 2400 denkmalgeschützten Häusern den größten unversehrt erhaltenen Stadtkern Europas. Besonders berühmt sind die mit spektakulären Ornamenten und aufwendigen Details verzierten Fassaden, die jedes Haus zu einem formvollendeten Kunstwerk machen. Diesen meisterhaften Handwerksarbeiten verdankte Bamberg 1993 die Auszeichnung als Weltkulturerbe. Im viertürmigen Kaiserdom, der die Altstadt überragt befindet sich übrigens die letzte Ruhestätte von Papst Clemens II. und damit das einzige Papstgrab nördlich der Alpen.


Wieskirche im Pfaffenwinkel 

Das Rokoko-Juwel „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies“ bei Steingaden ist eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen der Welt. Majestätisch erhebt sich die Wieskirche aus der beinahe unberührten Landschaft des Pfaffenwinkels und offenbart dem Besucher einen atemberaubend prächtigen Innenraum. Die Wieskirche, die 1983 Weltkulturerbe wurde, gilt als formvollendetes Meisterwerk des bayerischen Rokoko. Gebaut wurde sie im 18. Jahrhundert übrigens deshalb, weil an diesem Ort eine Marienstatue Tränen geweint haben soll.


Residenz in Würzburg


Am Rande der Würzburger Innenstadt steht eine der bedeutendsten Residenzen des Barocks, die vor allem aufgrund ihrer stilistischen Einheit Weltberühmtheit erlangt hat. In knapp einer Generation wurde der Prachtbau für die Würzburger Fürstbischöfe von Grund auf errichtet und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts endgültig fertiggestellt. Heute beeindruckt vor allem die barocke Opulenz der Innenräume mit weltbekannten Stuckaturen und Deckenfresken. Im Jahr 1981 wurde die Würzburger Residenz als erste Stätte in Bayern zum Weltkulturerbe erklärt.

Werbeanzeigen