Rinspeed: BamBoo

Rinspeed präsentiert ein Sun&Fun-Car mit pfiffigen Innovationen auf dem Genfer Automobilsalon. BamBoo, ein offener Flitzer für den extrovertierten Kommunikator. Hightech, Purismus und Lifestyle aus einem Guss.

Dieses Auto irritiert. Mag sein, daß es an den geschickt in Szene gesetzten Kreationen des weltbekannten New Yorker Popart-Künstlern James Rizzi liegt. Auf jeden Fall lässt Frank M. Rinderknecht‘s jüngstes Werk „BamBoo“ die Sonne aufgehen Ja, so könnte der kommende Sommer schmecken. Nach Sand und Strand, nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit südlicher Gefilde. Es ist eine Reminiszenz an die 70er Jahre von Südfrankreich, von St. Tropez.

Von lachs- bis hummerfarben und gelb im Sonnenschein schillernd, in Szene gesetzt vom Farb- und Klebereparaturlackspezialisten AkzoNobel. Und hinter dem Lenkrad in Richtung Tahiti-Strand fahrend vermutet man Brigitte Bardot mit Playboy Gunther Sachs an ihrer Seite. Doch es weist gleichzeitig in die Zukunft mit pfiffigen Innovationen wie einem Kommunikationsdisplay statt Kühlergrill und einem aufblasbaren Dach, das auch als Strandmatte dient. Ja, dieses Fun-Car ist wirklich nicht aufs Dach gefallen!

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Wer nur simplen Retrolook vermutet, unterschätzt den Boss der Schweizer Konzeptschmiede. Rinspeed interpretiert die automobilen Vorlagen vergangener Tage neu und entwickelt sie weiter in Richtung Zukunft. Und er spielt mit der Sehnsucht der Menschen nach Ursprünglichkeit, oft gepaart mit dem unbedingten Wunsch, im Einklang mit der Schöpfung zu sein. Da ist der reine E-Antrieb gesetzt. Dies gilt natürlich auch für das an Bord mitgeführte faltbare Zweirad für die letzte „Meile“.

Die jüngste Kreation des Eidgenossen wurde von den Schweizer Entwicklungsfirmen 4erC und Esoro in Teamarbeit entwickelt und gebaut. Das von der Schweizer Tecnotex entwickelte aufblasbare und mit wasserresistentem „Skai Neptun Caleri“ mit Nano Coating der Firma Hornschuch bezogenes Dach schützt das Interieur vor möglichem Morgentau. Nichts als Luft verleiht der zweigeteilten wasserdichten Konstruktion ihre Steifigkeit. Prangt auf der Oberseite eine riesige Rizzi-Standszene, hat die visionäre Bregenzer Spinnerei Schoeller die Unterseite mit Garn aus echtem Bambus veredelt. Keine Frage, wer mit dieser Matratze am Strand auftaucht, ist augenblicklich mit seiner Liege-Nachbarin im Gespräch.

Überhaupt, „Bamboo“ ist das passende Car für den extrovertierten Kommunikator. Wer seiner Umwelt etwas mitzuteilen hat, macht dies über das neuartige „Identiface“. Die Bildschirm-basierende Fläche, entwickelt von der Stuttgarter Daimler-Tochter MBtech, ersetzt den Kühlergrill, der bei einem E-Mobil nun mal nahezu überflüssig ist. Aufspielen lassen sich dank Internet-Konnektivität eigene Facebook-Inhalte, Nachrichten aus aller Welt, das Hersteller-Logo oder auch das Angebot, jemanden mit von A nach B zu nehmen. Dafür schuf der Entwicklungsdienstleister Helveting mit Unterstützung der Zürich Versicherung eigens die „BamBoo-Community“-Plattform. Diese bietet einige praktische Features rund um die Themen Social Networking, Nachhaltigkeit und optimalem Fahrverhalten. Im Zusammenspiel mit dem berühmten, farblich variablen „Rizzi-Birds“ am Überrollbügel (grün = bin Single; blau = bin in Partylaune; orange = brauche eine Pause) entsteht eine völlig neue automobile Kommunikationsform jenseits lautstarker Verbalattacken. „Rizzi-Bird“ statt Vogelzeigen eben.

Einfach, dabei höchst edel geht es im Innenraum des „BamBoo“ zu. Nomen est omen: Die Seitenteile der bordeauxroten Sitzbank zieren „BamBoo“-Logo und „Rizzi“-Bird, kunstvoll von der Zürcher Weberei Weisbrod in Bambusgarn gewoben. Die mittleren Sitzflächen zieren Rizzi-Zeichnungen und bestehen aus atmungsaktivem High Performance Synthetik „Laif“-Material. Und die beiden Rücksitze sind aufblasbar und in zwei Alukoffern auf der offenen Ladefläche verstaut. Sie ahnen es bereits – auch sie können natürlich mit zum Strand genommen werden.

Das puristische Armaturenbrett hat die Form eines riesigen Brotkastens – und die feine Abdeckung aus geflochtenem Kunststoffmaterial des Polymerherstellers Ticona – lässt sich auch so aufschieben und gibt dann den Blick frei auf die Bedienelemente und das futuristische VDO-Anzeigeinstrument. Ganz rechts im Handschuhfach hat der 7“-HTC-Tablet-PC „Flyer“ nebst Dockingstation Platz gefunden. Ganz zeitgemäß sind „BamBoo“ und seine Passagiere damit und ihrem Smartphone natürlich immer und überall „on“. Flankiert wird der langgestreckte „Brotkasten“ von avantgardistisch anmutenden JBL GreenEdge-Lautsprechern von Harman. Der weltweit führende Anbieter von Premium-Sound- und Infotainmentsystemen legt mit seinem skalierbaren Entertainment-System und der „Aha Radio“ Applikation den Fokus auf Konnektivität. Und in der Mitte thront der Ausströmer der elektrischen Hochvoltheizung vom deutschen Zulieferer Eberspächer catem. Gestartet wird der „BamBoo“ übrigens mittels eines Taschenmessers. Typisch schweizerisch eben.

Bei so viel hübsch verpacktem Lifestyle geraten die grundlegenden technischen Daten des „BamBoo“ leicht in den Hintergrund: Der 4-Sitzer verfügt über einen vorne untergebrachte E-Antrieb der Firmengruppe Fräger (German e-Cars) und leistet stattliche 54 kW. Dieses drehmomentstarke Aggregat „made in Germany“ beschleunigt das 1‘090 Kilogramm schwere Gefährt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer. Und Leichtbau hilft dabei: Das Stahlchassis mit liegenden Stoßdämpfern trägt eine stabile Composite-Karosserie verbunden mit dem Einsatz von Polymer-Kunststoffmaterialien. Passend dazu lieferte Henkel Strukturschäume sowie Dicht- und Klebemittel.

Das Ganze steht auf aus dem Vollen gefrästen AEZ-17“-Dreispeichen-Alus mit lackierten Inserts und umweltschonenden Goodyear-„EfficientGrip“-Energiesparreifen in 17“. Und die Reichweite? Für 105 Kilometer reicht der Akku – reichlich für ein Fun-Car für den Nahverkehr zwischen Hotel, Strand und abendlichem Restaurantbesuch. Apropos tanken: Rinderknecht hat den Energieriesen RWE mit an Bord genommen, der mit einer „intelligenten“ Ladesäule zeigt, wie ein innovativer Infrastrukturspezialist das Thema E-Mobilität angeht. Der moderne Stromspender kommuniziert mit dem Auto über alle Grenzen hinweg.

Ja, das Wägelchen ist gemacht für die schönen Strände und Urlaubsgebiete dieses Planeten. So gesehen ist „BamBoo“ ein Weltauto. Da ist es dann auch kein Wunder, dass Frank M. Rinderknecht als Aushängeschild des schweizerischen Uhrenherstellers C.F. Bucherer diese Chance nutzen will und laut über eine Serienproduktion nachdenkt. Der Eidgenosse verrät nur so viel: „Ja, es laufen bereits
seit einiger Zeit konstruktive Gespräche mit einigen potentiellen Herstellern.“ Die Düsseldorfer Beratungsfirma A.T. Kearney hat jedenfalls vorsorglich schon ein Produktions- und Firmenkonzept für die Serienfertigung in der Schublade liegen.

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