Jaguar – Meilensteine der Sport- und Rennwagengeschichte

Mit Meilensteinen seiner Sport- und Rennwagengeschichte schlug Jaguar beim 41. AvD-Oldtimer-Grand Prix die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Ahnengalerie reichte vom XK 120 über die Le Mans-Sieger C- und D-TYPE sowie die Stil-Ikone Jaguar E-TYPE bis zum neuen Jaguar F-TYPE und dem Forschungsprojekt C-X75mit 862 PS, der erstmals in Deutschland gezeigt wurde.
 

Moderatorin Sonya Kraus mit dem Jaguar E-TYPE

Jaguar lud am „Ring“ zu einer faszinierenden Zeitreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Marke ein. Der spektakuläre Supersportwagen C-X75 zeigte als Forschungsprojekt zukünftige Technologien von Jaguar. Der nur 1,16 Meter hohe Mittelmotor-GT wird von einem doppelt aufgeladenen 1,6-Liter-Vierzylinder angetrieben. Bis 5.500 Umdrehungen besorgt ein Kompressor die Aufladearbeit; jenseits davon übernimmt ein Turbolader. Zwei E-Motoren für Vorder- und Hinterachse machen den C-X75 zum 4×4 und erlauben bis zu 60 Kilometer rein elektrisches Fahren. Die 509 PS des Direkteinspritzers und die 395 PS der E-Motoren sorgen für eine Systemleistung von 862 PS sowie eine Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h.

v.l.n.r.: Jaguar E-TYPE, C-TYPE, D-TYPE, F-TYPE

XK 120: Der zeitlos schöne Roadster

Das historische Aufgebot im Jaguar Ausstellungsbereich am Rande der Coca Cola-Kurve führte einer der berühmtesten und schönsten Jaguar aller Zeiten an: der XK 120 von 1948. Der offene Zweisitzer kam zunächst mit Aluminium-Karosserie, die aber schon 1950 nach nur 200 Modellen einer leichter und günstiger zu fertigenden Hülle aus Stahl wich. 160 PS aus dem XK-Sechszylinder verhalfen dem XK 120 zu einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Von 0 auf 60 mph (0-96 km/h) beschleunigte der Jaguar in zehn Sekunden.

Jaguar Sportwagen Ahnengalerie

Jaguar-Gründer William Lyons wusste die Qualitäten des XK 120 werbewirksam unter Beweis zu stellen – zum Beispiel mit Rekordfahrten. So spulten zum Beispiel im August 1952 Stirling Moss und drei Kollegen auf einem XK Coupé 27.113 Kilometer mit einem Schnitt von 171 km/h ab – und brachten somit neun Weltrekorde nach England. Der am Nürburgring ausgestellte XK 120 mit amtlichen Kennzeichen OOF 748 war zuletzt mit Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis bei der diesjährigen Mille Miglia im Einsatz.

Vor dem Jaguar C-TYPE: Geschäftsführer Jaguar Land Rover Peter Modelhart (2. v.l.) mit Stefan Szczesny, Aaron Keller, Natalia Wörner, Director European Operations Jaguar Land Rover Bernhard Kuhnt, Mark Keller, John Munich, Christian Danner, Johann Lafer, Jürgen Vogel, Mayk Azzato und Eren Bektas.

C-TYPE:  der erste mit Scheibenbremse

Nachdem schon der XK 120 seine sportlichen Talente unter Beweis gestellt hatte, machte sich Jaguar Chefingenieur William Heynes an die Entwicklung einer speziell für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans konzipierten Variante: den XK120 C oder kurz C-TYPE. Mit drei rund 210 PS starken C-TYPEs trat Jaguar 1951 in Le Mans an. Und der Coup gelang: Nach 24 Stunden hatten Walker/Whitehead mit einem Schnitt von 150,08 km/h die Nase vorn. Bei der Mille Miglia 1952 debütierte ein C-TYPE mit Scheibenbremsen, die in diesem Wagen erstmals weltweit zum Einsatz kamen. Doch kurz danach verhalf Moss in Reims mit einem Sieg der Scheibenbremse endgültig zum Durchbruch.

Als nächstes wetzte Jaguar 1953 die Le Mans-Scharte aus dem Vorjahr aus Platz Eins, Zwei und Vier. Das Stundenmittel von 170,329 km/h bedeutete zugleich neuen Rekord: Erstmals hatte ein Le Mans-Siegerauto einen Schnitt von über 100 Meilen pro Stunde erzielt. Der beim Oldtimer GP ausgestellte C-TYPE wurde als einer der letzten 1953 gebaut und gehört zu jenen 43 (von 53) Modellen, die Jaguar für 2.327 Pfund an Privatfahrer verkaufte.

Jürgen Vogel im Jaguar D-TYPE

D-TYPE: Der dreifache Le Mans-Sieger

Mit dem D-TYPE gelang Jaguar zwischen 1955 und 1957 in Le Mans sogar ein Hattrick. Der D-TYPE war ein für seine Zeit extrem moderner Rennwagen, bei dem erstmals Know-how aus der Luft- und Raumfahrt einflossen. Revolutionär neu: das selbsttragende Monocoque aus Aluminium und Magnesium samt vorderem Hilfsrahmen. Die Karosserie wurde im Windkanal auf minimalsten Luftwiderstand und kleinste Stirnfläche getrimmt, was der Schönheit der Linien und den ausgewogenen Proportionen keinen Abbruch tat. Besonders auffällig: die Heckfinne, die bei Tempo 280 die gewünschte Richtungsstabilität erzeugte.

lnsgesamt entstanden bei Jaguar 87 Exemplare des D-TYPE. Das in der Eifel ausgestellte Modell mit kurzer Nase („short nose“) und Chassisnummer XKD 401 ist der allererste, noch als „Prototyp“ deklarierte D-TYPE von 1954.

Video:C,D,E and F-TYPE on track at Goodwood

E-TYPE: Selbst Enzo war ein Fan

Ein E-TYPE Roadster Baujahr 1961 mit flachem Boden (flat floor) zierte die Ausstellungsparade im Jaguar-Zelt. In 2011 feierte damit einer der wohl legendärsten Sportwagen der Automobil-Historie 50-jährigen Geburtstag. Sogar Enzo Ferrari outete sich mit dem Lob „das schönste Auto der Welt“ als heimlicher Bewunderer. Für Jaguar erwies sich der am 15. März 1961 in Genf enthüllte XK-Nachfolger nicht nur als Image-Träger, sondern auch als kommerzieller Hit. In 14 Jahren erlagen weltweit über 72.500 Käufer den Reizen des als Coupé und Roadster erhältlichen Modells. Seit 1996 ziert ein offener E-TYPE sogar die Dauerausstellung des New Yorker Museum of Modern Art. Noch heute sind weltweit über 30.000 E-TYPE zugelassen und bei Oldtimer-Meetings die Lieblinge vieler Classic Car-Fans.

Video: City-Tour London im F-Type (Kurzversion)

F-TYPE: Die Legende wird fortgeschrieben

Der Mythos vom Jaguar Roadster wird seit Mitte diesen Jahres um eine neue und zusätzliche Facette erweitert: Der Jaguar F-TYPE aus der Feder von Designchef Ian Callum. Auch er wurde am Nürburgring prominent ausgestellt. Mit dem neuen Modell kehrt Jaguar zu den Wurzeln der Marke zurück: Ein mit den Kerntugenden Performance und Agilität gesegneter Sportler, der den Piloten ins Zentrum des Geschehens rückt.

Video: City-Tour London im F-Type (Langversion)

Ein ausfahrbarer Heckspoiler und versenkte Türgriffe bestimmen ein von nur wenigen Linien geprägtes Design.So puristisch die Optik, so entschlackt der Karosseriekörper: Dank innovativer Aluminium-Bauweise drückte Jaguar das Gewicht der Basisversion auf 1.597 Kilogramm; kombiniert mit sportlichem Heckantrieb und ausgeglichener Achslastverteilung ist so Fahrspaß pur garantiert. Neben dem Kompressor-5.0 Liter V8 mit 364 kW (495 PS) stehen zwei aufgeladene 3.0 Liter V6 mit 250 kW (340 PS) und 279 kW (380 PS) zur Wahl.

Das neben dem Jaguar Intelligent Stop/Start-System serienmäßige Achtstufen- Automatikgetriebe ist eng abgestuft und erlaubt eine manuelle Bedienung über einen zentralen Wählhebel oder Schaltwippen am Lenkrad. Ein aktives Auspuffsystem erweitert im F-TYPE S und F-TYPE V8 S das Gesamterlebnis um eine audiophile Dimension.

Werbeanzeigen